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Schriftverkehr


1. Juli 1998

Sehr geehrter Herr Stübbe,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 24. Juni an Mary Francis, die zur Zeit nicht im Büro ist.
Ich habe Ihren Brief der Königin gezeigt, die sehr interessiert war Ihre Hufeisenuntersuchungen zu lesen.
Ihre Majestät war sehr dankbar, daß Sie sich die Mühe gemacht haben, ihr die Resultate Ihrer Untersuchung mitzuteilen und hat mich gebeten Ihnen ihre besten Wünsche mit diesem Brief zu übermitteln.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Robin Janvrin


An den Königlichen Marstall
z. Hd. Herrn Hauptkutscher Collin Henderson
Buckingham Palace London

8. August 1998

Sehr geehrter Herr Henderson,

bezugnehmend auf unsere Gespräche im Königlichen Marstall am 28. Juli schicke ich Ihnen unsere holografische Verformungsmessung am Huf eines Pferdes, die die Spannungen, die durch das Nageln entstehen, sichtbar macht.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, mich recht herzlich für den freundlichen Empfang zu bedanken, den meine Kollegen und ich im Königlichen Marstall erfuhren, besonders für die schöne und interessante Besichtigungstour durch den Marstall und Ihre Erläuterungen, die Sie uns gaben. Vor allen Dingen jedoch muß ich Ihnen danken für die perfekten Bedingungen, die Sie für unsere Beschlagsdemonstration arrangiert hatten, angefangen von den vielen interessanten und ermutigenden Pferdeleuten, die uns die Möglichkeit boten, alle Gesichtspunkte des neuen Systems zur Sprache zu bringen, bis hin zu diesem wahrhaft königlichen Pferd.

Ich freue mich schon sehr auf unsere geplante Rückkehr in den Königlichen Marstall am Ende dieses Monats, um die Verbundhufeisen wieder abzunehmen. Ich werde Sie in zwei Wochen anrufen, um den Termin festzulegen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Stübbe


Her Majesty The Queen
Buckingham Palace
London

7. April 1998

Eure Majestät,

wollen mir bitte gestatten, Eurer Majestät unser neues nagelloses Hufeisen vorzustellen, welches sich wesentlich fester und länger mit dem Huf verbindet als das heutige. Seine natürliche Beschaffenheit erhöht die Leistung und die Lebenserwartung der Pferde.

Eine Paste aus Methyl Methacrylat (auch als Zement beim Hüftgelenk gebräuchlich) wird unter der Sohle und auf den unteren Teilen des Hufes zum Aushärten gebracht, wodurch es das Hufhorn mit dem Einlegeteil und den Stahlsegmenten zu einer Einheit verbindet.

Der beigefügte Videofilm und die Broschüre zeigen das Beschlagsverfahren. Das Muster des Hufeisens, das auf einem durchsichtigen Hufmodell angebracht wurde, zeigt wie gleichmäßig die Kräfte über die Hufoberfläche verteilt werden. Wenn man das Hufmodell mit den Händen verwindet, sieht man wie gut der Hufmechanismus erhalten bleibt. Ich füge außerdem ein 2 Monate getragenes Verbundhufeisen bei.

Wenn Eure Majestät so gnädig wären, uns die Möglichkeit zu gewähren, eines der Pferde E. M. zu beschlagen, und falls E. M. damit zufrieden sein sollten, wäre dies eine unschätzbare Unterstutzung für dieses neue sorgfältig getestete High-Tech-Produkt in der Pferdegemeinde, was dazu beitragen würde die Pferde von einer 2000 Jahre dauernden Last zu befreien.

In der Hoffnung, Anweisungen Eurer Majestät zu erhalten, verbleibe ich Eurer Majestät ergebenster Diener

Peter Stübbe


21. April 1998

Sehr geehrter Herr Stübbe,

die Königin hat mich gebeten, Ihnen für Ihr Schreiben vom 7. April zu danken, für das Video, die Broschüre und das Muster vom nagellosen Hufeisen, die Sie beigefügt hatten.

Ihre Majestät hat alles mit beträchtlichem Interesse angesehen und war Ihnen dankbar, daß Sie sie darauf aufmerksam gemacht haben. Sie wird Ihre Erfindung für die Zukunft sicherlich nicht vergessen.

Nochmals Danke für Ihren Brief.

Hochachtungsvoll

Mrs. Marcy Francis
Assistant Private Secretary of The Queen


Mrs. Mary Francis
Assistant Private Secretary of The Queen

Windsor Castle

24. Juni 1998

Sehr geehrte Frau Francis,

es war mir eine große Ehre Ihr freundliches Schreiben vom 21. April 1998 zu erhalten, das mir über das Interesse berichtet, welches Ihre Majestät für den neuen Beschlag aufbrachte. Das ermutigt mich Ihnen zwei wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung zu stellen, eine von der Freien Universität Berlin, die Wechselwirkungen zwischen Horn und Kunsthorn auf zellularer Ebene betreffend, veranschaulicht mit Hilfe des Elektronenmikroskops. Die andere enthält Bilder von Doppelimpulshologrammen, die die durch das Nageln entstehenden Spannungen in der Hufwand sichtbar machen.

Als langjähriger Bewunderer Ihrer Majestät war ich durch Ihr Interesse an diesem noblen Tier immer angespornt diese 25jährige Entwicklung für den Pferdehuf fortzusetzen. Unsere vormaligen Hufschuhe sind allerdings niemals in großem Umfange vermarktet worden.* Denn, obwohl sie gut am Huf hafteten, wiesen sie immer noch Nachteile gegenüber dem klassischen Beschlag auf. Sie benötigten zum Beispiel Stege oder es entstanden dünne Schlitze zwischen Huf und Schuh in denen Wasser stand. Das Verbundhufeisen hat keinen dieser Nachteile, es wirkt wie ein Außenskelett für die beweglichen Teile des Hufes.** Da die Verbindung zwischen Huf und dem synthetischen Horn stärker ist als innerhalb der natürlichen Hornmassen, kann kein Wasser dazwischen kommen und auch die Haftung am Huf ist viel höher als beim klassischen Beschlag

Ich habe mir oft den Tag vorgestellt, an dem wir mit der Vermarktung in größerem Umfange beginnen würden, weil das Produkt nun endlich fertig war und ich habe mir dann selbst versprochen, daß Ihre Majestät die Erste sein sollte, die davon erführe Das ist auch der Grund warum Ihre Majestät keinen Fachmann treffen wird, der das Produkt gesehen hat oder darüber gelesen hat, ausgenommen jene, die direkt mit seiner Herstellung oder Erforschung zu tun hatten. Ich möchte meinen aufrichtigen Dank dafür zum Ausdruck bringen, daß mir dieser Wunsch gewährt wurde.

Hochachtungsvoll

Petter Stübbe


15. Juli 1998

Sehr geehrter Herr Stübbe,

Frau Mary Francis hat Ihre Korrespondenz, die Entwicklung eines nagellosen Hufeisens betreffend, an mich zur Beantwortung weitergeleitet.

Ihre Forschungsarbeit macht einen guten Eindruck und ich bin sicher, dass es theoretisch eine Menge Vorteile gibt, wenn man keine Nägel benutzt. Ich habe jedoch den Eindruck, darf bisher wenig dafür getan wurde einen funktionierenden Schuh zu entwickeln, speziell für die Dauerhaftigkeit seiner Befestigung. Im königlichen Marstall haben wir in der Vergangenheit verschiedenste Sorten alternativer Beschläge versucht, aber nichts hat die Londoner Arbeit überlebt.

Wir waren jedoch sehr froh. eine Vorführung Ihres Schuhes zu sehen, so daß wir, falls wir ein Pferd mit wirklich schlechten Hufen haben, eine nützliche Hilfe hätten

Mit vorzüglicher Hochachtung

Lieutenant Colonel S. V. Gilbart-Denham, CVO. - Crown Equerry


An den Oberstallmeister der Krone
Oberstleutnant S. V. Gilbart Denham, CVO.
Königlicher Marstall
Buckingham PalaceSehr geehrter Oberst Gilbart Denham,

26. Januar 1999

Sehr geehrter Oberst Gilbart Denham,

bezugnehmend auf unsere Gespräche im Königlichen Marstall am 25. August, möchte ich Sie über den derzeitigen Stand der Verbesserungen am Beschlagsverfahren und am Erscheinungsbild des Verbundhufeisens unterrichten, um die Sie gebeten hatten. Wir sind letzt in der Lage, Ihnen schwarzes Kunstharn zu liefern, und wir haben auch eine Außenform entwickelt, die dem Verbundeisen eine glatte Oberfläche gibt und die das Verfahren erheblich beschleunigt. Damit Sie ein Verbundhufeisen, das mit der neuen Form hergestellt wurde, aus der Nähe ansehen können, füge ich noch ein Muster bei, welches auf einem durchsichtigen Modell vom Huf angebracht wurde. Wenn Sie dieses Muster mit dem vergleichen, welches ich zuvor an Ihre Majestät geschickt habe, können Sie die Verbesserungen deutlich sehen, die hauptsächlich entstehen durch:

  1. den Einsatz einer direkten Maß- und Formgebungsvorrichtung mit der der Stützrahmen selbst um den Huf herumgebogen und dann in dieser Form durch das Anziehen einer Flügelmutter testgestellt wird. Diese Vorrichtung ersetzt die alte Huflehre. Sie reduziert die Zeit, die für die Formgebung des Rahmens erforderlich ist, und sie ermöglicht wie zuvor das Anziehen der vielen Schrauben des Rahmens entfernt vom Huf.

  2. den Gebrauch eines PU-Schaumkissens, mit dem Strahl und Solle, die Teile des Hufes, die vom Kunstharn frei bleiben sollen, abgedeckt werden. Dieses Kissen begrenzt auch genau den Raum, der mit dem Kunsthorn gefüllt werden soll, welches jetzt in den Hohlraum eingespritzt werden kann, wodurch alle Arbeiten mit dem Spachtel entfallen.

  3. die Verwendung von drei provisorischen Stegen an Stelle von einem, wodurch der Stützrahmen wesentlich fester wird und den Bewegungen des Pferdes, während der 10minütigen Aushärtezeit des Materials, besser standhalten kann. Die drei Stege halten auch das Strahlenkissen in Position.

  4. den Gebrauch eines 2 mm dicken Latexschlauchs, der über den vorfixierten Stützrahmen und den Huf gezogen wird, um die Außenform zu bilden. Das Acryl-Material wird dann unter den Schlauch gespitzt und füllt dadurch alle verbliebenen Hohlraume mit dem Kunsthorn.

Diese neue Vorgehensweise reduziert die Zeit zum Einfüllen und Formen des Acryl-Materials auf eine Minute pro Huf. Es entsteht auch kein Materialverlust. Da der Latexschlauch durchscheinend ist, kann man sehen, welche Bereiche auf dem Huf gefüllt sind und mit wieviel. Man kann leicht mit den Händen das pastöse Material unter dem Latexschlauch nach Belieben verteilen.

Zu Ihrer Information füge ich diesem Brief einen Fotobericht von der Herstellung eines Verbundhufeisens unter der Benutzung der neuen Vorrichtungen bei (Einhorn Verbundhufeisen Verfahren).

Außerdem finden Sie in der Anlage unsere Dokumentation der Ergebnisse der Testung des neuen Beschlags im Könglichen Marstall. Am Bemerkenswertesten scheint mir, wieviel höher der Abrieb an den hinteren Hufeisen als an den vorderen ist. Dies scheint mir nicht nur am guten Reiter, sondern auch an einer viel zu harten Wolframqualität zu liegen, was zu einem Bruch der Hartmetallplatten geführt hat. So eine gebrochene Platte kann man im 3. Bild sehen. Dort wird die Platte noch vom umgebenden Kunsthorn gehalten. An den hinteren Schuhen müssen die gebrochenen Platten einige Zeit nach dem Zerbrechen verlorengegangen sein. Das könnte zu einer Unterbrechung der Stahlkette im Stützrahmen und zum Verlust der vorderen Glieder geführt haben, wodurch die Kunststoffglieder und das Kunsthorn ungeschützt geblieben wären. Der Hersteller des Hartmetalls hat uns versichert, daß er uns eine wesentlich weichere Qualität liefern kann, die nicht bricht und trotzdem den gleichen Schutz gewährt. Solche Wolframplatten können innerhalb von 3 Wochen von Widia in Essen bezogen werden. Wir haben diese bisher noch nicht bestellt, weil man eine Mindestbestellmenge von 300 Stück fordert.

Der Zustand der vorderen Schuhe ist so, daß sie wohl nach eine weitere Beschlagsperiode gehalten hätten. Und mit den unzerbrechlichen Hartmetallplatten könnte der Beschlag bei diesem Pferd zwei Perioden lang drauf bleiben.

Ich möchte Sie bitten, Ihre Aufmerksamkeit den beiden Bildern in der Auswertung zuzuwenden, auf denen die ausgeschnittenen Hufe zu sehen sind. Dort erkennt man im Sohlenhorn die schwarzen Flecke rund um die alten Nagellöcher. Dabei handelt es sich m. E. um Blutergüsse, die durch das Nageln entstehen und die nur in weißem Horn sichtbar werden. Ich konnte gelegentlich beobachten, daß diese schwarzen Stellen um die Nägel zuerst blutrot sind und gleich beim Einnageln in die Hufe entstehen. Dieses, zusammen mit den Ergebnissen unserer holografischen Untersuchung, gestattet den Schluß, daß beträchtliche und andauernde Spannungen im Huf durch das Nageln entstehen, auch durch das aufgenagelte Eisen, welches wie eine Klammer wirkt, die den Huf zusammenhält, was letztlich zu seiner Beschädigung führen kann.

Wieviel Horn durch das Ausschneiden entfernt wurde, kann man schätzen, wenn man betrachtet, wie weit die alten Nagellöcher Richtung Hufrand gewandert sind (Bild 5). Ich möchte auch auf die Streitspuren auf der Innenseite des rechten Hinterhufes (Bild e) hinweisen. Keiner unserer vorigen Klebeschuhe hätte diesen Angriffen vom Nachbarhuf standgehalten. Dies war einer der Nachteile, die ich in meinem Brief an Frau Mary Francis erwähnt hatte. Die heutigen Materialien und besonders das Kunsthorn, welches sich gleich gut mit PC und Stahl verbindet, gestatten alle Unarten der Pferde und alle Arbeitseinsätze ohne jedes Risikos eines Verlustes der Schuhe. Unsere Erfahrungen mit vielen Pferden zeigen, daß die Hufe nach ca. 3 Beschlagsperioden mit dem Verbundhufeisen makellos werden.

Ich würde gerne vorschlagen, daß wir die beiden Sätze, einen weißen und einen schwarzen, die Sie bestellt haben, anbringen und dabei die Gelegenheit nutzen, um einen Ihrer Mitarbeiter im einzelnen einzuweisen oder, was ich ebenso begrüßen würde, daß Simon Creedy, einer der besten Hufschmiede, mit denen ich zusammengearbeitet habe, nach Deutschland kommt, um über den Strukturkleberbeschlag unterrichtet zu werden. Und ich nehme an, daß wir bei dreiwöchiger Vorankündigung lieferfähig sind.

Es tut mir sehr leid, daß ich so lange gebraucht habe, um Ihnen und den Fachleuten im Königlichen Marstall meinen und den Dank meiner Partner Sergej Igrow und Michael Glückstadt auszusprechen. Aber ich wollte erst in der Lage sein, "Auftrag ausgeführt" zu melden, bevor ich auf die Angelegenheit zurückkäme. Leider hat es aber bis letzt gebraucht, bis wir die Werkzeuge und Vorrichtungen für das verbesserte Verfahren zusammenhatten. Vor allem muß ich Ihnen dafür danken, daß Sie diese wesentlichen Verbesserungen angeregt haben und dadurch, wie ich es oft erlebt habe, wenn ich mit professionellen Pferdeleuten zu tun hatte, die neue Beschlagstechnik eine bemerkenswerte Förderung erfuhr. Ich muß auch Hauptkutscher Collin Henderson dafür danken, daß er für die allerbesten Voraussetzungen für das Anbringen und Abnehmen der Verbundhufeisen gesorgt hat, sowie Herrn Dr. Scott für seine tierärztliche Begutachtung und Meinung und auch dem stellvertretenden Hauptkutscher Nelson, der die ganze Prozedur besonders genau verfolgt hat.

Ich würde es in der Tat ganz besonders begrüßen, wenn diese Herren- und natürlich Philip Hinson, der das Pferd trainiert hat einen kurzen Kommentar über das Produkt abgeben könnten, aber noch viel mehr, wenn Sie selbst zwei oder drei der besonders freundlichen Bemerkungen, die Sie über das neue Beschlagssystem während unseres letzten Treffens im Marstall machten, schriftlich wiederholen würden. Von den Broschüren füge ich einige zusätzliche bei, mit der freundlichen Bitte, daß Sie diese an das Team im Königlichen Marstall weiterleiten lassen möchten.

Mit freundlichem Gruß

Peter Stübbe


9. Februar 1999

Sehr geehrter Herr Stübbe,

vielen Dank für Ihren Brief vom 26. Januar mit den Anlagen, zu denen ein künstlicher Huf gehörte. Wir sind erfreut von den Verbesserungen zu lesen seit Ihrem letzten Versuch. Es sieht so aus, daß die technischen Vorzüge diese Methode zu einer lohnenswerten lebensfähigen Option gegenüber dem Standardbeschlag machen, insbesondere für Pferde mit hufbezogenen Problemen.

Wir sind sehr interessiert, die Verbesserungen die Sie am Verfahren vorgenommen haben, zu testen, sobald Sie in der Lage sind, die notwendigen Arrangements hier im Königlichen Marstall im Buckinghampalast zu treffen.

Als ein Ergebnis eines künftigen Versuchs würde ich Ihnen darüber gerne unser professionelles Gutachten zukommen lassen. Sie sollten sich deshalb mit Terminvorschlägen an mich wenden und wir werden Ihnen einen Braunen und einen Schimmel zur Verfügung halten.

Mit freundlichen Grüßen

Lieutenant Colonel S. V. Gilbart-Denham, CVO. - Crown Equerry


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